
Das Haus wurde im Jahre 1890 als Logierhaus der Witwe Braasch erbaut. Mein Urgroßvater Heinrich Grimm übernahm es im Jahre 1894, zu einem Zeitpunkt, den man als den eigentlichen Beginn des Fremdenverkehrs in der "Holsteinischen Schweiz" bezeichnet. Er stockte das Gebäude auf, ließ schon kurz nach 1900 elektrisches Licht installieren und errichtete einen Anbau. Das Hotel „Pension Uglei" verfügte über 20 größere und kleinere Fremdenzimmer mit Aussicht auf den Kellersee oder zum Ukleigehege, Restaurant-lokalitäten, Lese-, Billard- und Musikzimmer, auch Lawn-Tennis und einiges mehr. Für seine Gäste besaß der Wirt eine Erlaubnis der Groß-herzoglichen Regierung zum Baden im Kellersee und zum Aufstellen von bis zu vier Badekutschen an einer vorher festgelegten Stelle bei der Rothen Kate.
wurden festgelegt und durften ohne Genehmigung nicht verändert werden. Da die Preise aber so niedrig waren, dass sie die Existenz des Hotels gefährdeten, versuchte meine Großmutter den Pensionspreis von damals 5 RM um 1 RM zu erhöhen. Es bedurfte einiger Bittbriefe an die Behörde mit Schilderung der schwierigen finanziellen Situation, bis sie die Erlaubnis bekam. Die schwerste Krisenzeit begann jedoch 1943 mit der Beschlag-nahme des Hauses, das zunächst von verschiedenen Organisationen und dann ab 1945 von Heimatvertriebenen benutzt wurde.
Erst 1948 konnte man behelfsmäßig neu anfangen. Drei Jahre später übernahmen meine Eltern Siegfried und Elisabeth Scheer die alleinige Verantwortung. Nach und nach gelang es, ein Zimmer nach dem anderen frei zu bekommen. Es war ein hartes Stück Arbeit, das heruntergewirtschaftete Haus wieder für Hotelgäste herzurichten. 10 Jahre dauerte die Aufbauarbeit. In dem weitläufigen Gebäude entstanden fließend warmes und kahles Wasser für jedes der 24 Zimmer mit 42 Betten, ebenso eine Zentralheizung. Eine neue, leistungsfähige Brunnenanlage versorgte fortan das Haus aus 64 Metern Tiefe. Die Wasserader wurde von Wünschelrutengängern gefunden, das eisenhaltige Wasser mit einer Enteisungsanlage gereinigt und jährlich untersucht. Das neu entstandene Restaurant hatte Platz für 240 Gäste. Bald zählten Rheinländer und Berliner, aber auch einige Dänen, Holländer, Engländer und Amerikaner zu den Stammgästen und machten das Hotel zu einer der repräsentativsten Beherbergungsstätten der Gegend. Auch die Einheimischen feierten gerne ihre Familienfeste im Hotel zum Uklei, kamen zu Ostern und Pfingsten, zu Kinderfesten, Feuerwehrbällen, Sparclubfesten. Busunternehmen aus Hamburg, Lübeck und von den Ostseebädern brachten viele Gäste zum Mittagessen, Kaffeetrinken und anschließendem Spaziergang um den Ukleisee.
1975 wurde das Haus aus gesundheitlichen Gründen an die Familie Kuhlmann aus Hamburg verkauft. Nach deren Konkurs 1981 war die Kreissparkasse Eutin Eigentümer. Ab 1982 führendie neuen Besitzer Heino und Erika Gülzow aus Raisdorf bei Kiel das Hotel zum Uklei.
Auszug aus der Chronik von Sielbeck von 2005


